Hallo Ihr Lieben,
heute war Ausschlafen angesagt, zumindest bis halb acht. Das
ist inzwischen ein echter Luxus für uns, denn wir möchten hier wirklich nichts
verpassen und schlafen nur das Nötigste. Als wir heute zum Traveller Center
kommen, checken wir zum sogenannten „Goldenen Kreis“ ein, mit 70 weiteren
Gästen. Wir pferchen uns in einen Bus, der noch dazu kein Internet hat und
muntern uns gegenseitig auf. Wir hatten uns schon an einen Doppelsitz pro
Person mit W-Lan-Anschluss gewöhnt, auch daran, dass wir eins der begehrten
neuen „Character Rooms“ in unserem Hotel bekommen haben. Aber auch heute hat
uns das Universum sehr reich beschenkt, dazu später mehr.
Zunächst besuchen wir eine Gurkenplantage und mich
beschleicht das Gefühl, dass wir an einer Kaffeefahrt teilnehmen. Sonja bleibt
als Gastronomin cool und gewinnt dem Ganzen noch etwas ab. Ich seile mich ab
und gehe derweil – als Vorbereitung für morgen – ein paar Pferde füttern.
Danach legt das Universum den Schalter für uns um: Es knipst
die Sonne an, bläst Schäfchenwolken in die Atmosphäre und fertig ist die
Kulisse für unseren Geysir-Besuch. Hier also niest und hustet die Erde und so
ein irdischer Schnupfen zieht Tausende Besucher pro Tag an. Auch wir reihen uns
bei den Wartenden ein und harren aus, um ein Foto zu machen. Ein Stativ wäre
gut gewesen, uns fallen schier die Arme ab. Als die ersten Aufnahmen nichts
werden, bestellen wir die folgenden einfach beim Universum und die Bestellungen
werden auf die Minute geliefert! Wir schauen uns nur noch ungläubig an und
drücken den Auslöser – immer wieder. Selbst ein Selfie mit Geysir beim Abstieg
vom Berg klappt auf Anhieb! Danke Universum;-)
Weiter geht’s zum berühmten Gullfoss, dem goldenen
Wasserfall. Als wir dort ankommen, ist der Himmel bewölkt, aber auch hier kommt
in wenigen Minuten der größte Scheinwerfer der Welt - die Sonne - zum Einsatz
und wir können wunderbare Aufnahmen machen.
Danach geht es zum UNESCO-Weltkulturerbe Pingvellir: In
diesem Nationalpark reiben sich die amerikanische und die eurasische Erdplatte
aneinander und Island bekommt Risse, auch Erdbeben sind hier nicht selten. Uns
faszinieren die Fjorde und wir denken an unsere Meck-Pom-Seenplatte: die ist eine
Miniatur dagegen. Aber wir wollen nichts vergleichen, alles auf unserer Erde
ist einzigartig und in seiner Einmaligkeit schön und erhaben.
Vergessen ist nun meine Sauregurkenzeit von heute morgen und
mir wird klar, dass unser Planet ein Verwandter des Menschen ist – mit seinen starken
und feinen Wasseradern, mit seinen Geysir-Niesen, seinem
geothermischen Atem, seinem vulkanischen Fieber und seinem Schluckauf, der gelegentlich Erdbeben auslöst. In seinem Verhalten ist er einfach nur menschlich und hält uns den Spiegel vor:-) Jetzt verabschieden wir uns, da wir zu einem leckeren Abendessen aufbrechen, Bless (Tschüss aud Isländisch)












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