Mittwoch, 29. Juli 2015

Haukadalur: Wenn die Erde niest, staunen tausende Schaulustige...


Hallo Ihr Lieben,
heute war Ausschlafen angesagt, zumindest bis halb acht. Das ist inzwischen ein echter Luxus für uns, denn wir möchten hier wirklich nichts verpassen und schlafen nur das Nötigste. Als wir heute zum Traveller Center kommen, checken wir zum sogenannten „Goldenen Kreis“ ein, mit 70 weiteren Gästen. Wir pferchen uns in einen Bus, der noch dazu kein Internet hat und muntern uns gegenseitig auf. Wir hatten uns schon an einen Doppelsitz pro Person mit W-Lan-Anschluss gewöhnt, auch daran, dass wir eins der begehrten neuen „Character Rooms“ in unserem Hotel bekommen haben. Aber auch heute hat uns das Universum sehr reich beschenkt, dazu später mehr.

Zunächst besuchen wir eine Gurkenplantage und mich beschleicht das Gefühl, dass wir an einer Kaffeefahrt teilnehmen. Sonja bleibt als Gastronomin cool und gewinnt dem Ganzen noch etwas ab. Ich seile mich ab und gehe derweil – als Vorbereitung für morgen – ein paar Pferde füttern.

Danach legt das Universum den Schalter für uns um: Es knipst die Sonne an, bläst Schäfchenwolken in die Atmosphäre und fertig ist die Kulisse für unseren Geysir-Besuch. Hier also niest und hustet die Erde und so ein irdischer Schnupfen zieht Tausende Besucher pro Tag an. Auch wir reihen uns bei den Wartenden ein und harren aus, um ein Foto zu machen. Ein Stativ wäre gut gewesen, uns fallen schier die Arme ab. Als die ersten Aufnahmen nichts werden, bestellen wir die folgenden einfach beim Universum und die Bestellungen werden auf die Minute geliefert! Wir schauen uns nur noch ungläubig an und drücken den Auslöser – immer wieder. Selbst ein Selfie mit Geysir beim Abstieg vom Berg klappt auf Anhieb! Danke Universum;-)

Weiter geht’s zum berühmten Gullfoss, dem goldenen Wasserfall. Als wir dort ankommen, ist der Himmel bewölkt, aber auch hier kommt in wenigen Minuten der größte Scheinwerfer der Welt - die Sonne - zum Einsatz und wir können wunderbare Aufnahmen machen.

Danach geht es zum UNESCO-Weltkulturerbe Pingvellir: In diesem Nationalpark reiben sich die amerikanische und die eurasische Erdplatte aneinander und Island bekommt Risse, auch Erdbeben sind hier nicht selten. Uns faszinieren die Fjorde und wir denken an unsere Meck-Pom-Seenplatte: die ist eine Miniatur dagegen. Aber wir wollen nichts vergleichen, alles auf unserer Erde ist einzigartig und in seiner Einmaligkeit schön und erhaben.

Vergessen ist nun meine Sauregurkenzeit von heute morgen und mir wird klar, dass unser Planet ein Verwandter des Menschen ist – mit seinen starken und feinen Wasseradern, mit seinen Geysir-Niesen, seinem geothermischen Atem, seinem vulkanischen Fieber und seinem Schluckauf, der gelegentlich Erdbeben auslöst. In seinem Verhalten ist er einfach nur menschlich und hält uns den Spiegel vor:-) Jetzt verabschieden wir uns, da wir zu einem leckeren Abendessen aufbrechen, Bless (Tschüss aud Isländisch)



 


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