Hallo Ihr Lieben,
gestern waren wir vorzüglich Abendessen, haben nebst Fischsuppe
und Fischcarpaccio als Vorspeise Scholle und Lachs gehabt und dazu einen
leckeren Weißwein getrunken. Sonja hat noch den hiesigen Schnaps, den „schwarzen
Tod“ probiert, daher war ich mir nicht sicher, ob sie heute morgen wirklich
aufwacht....aber siehe da, sie war putzmunter;-)
Am Vormittag haben wir Reykjavik auf eigene Faust erkundet
und vielerlei über die Isländer gelernt. Ab 12 Grad herrscht hier Sommer und
die Isländer haben Hitze: sie laufen in T-shirts und kurzen Hosen rum, wir in
Fell-und Wanderschuhen sowie dicken Jacken. Sie haben das ganze Jahr über
Weihnachten, da es einen Merry-Christmas-Laden gibt, v.a. den
Santa-Claus-Briefkasten, der jetzt schon gut gefüllt war mit Briefen von
Kindern. Es war lustig, den Duft von Zimt und Weihrauch in dem Laden zu
schnuppern und zu erkennen, dass heutzutage alles zu jeder Zeit verfügbar ist. Diese
ständige Verfügbarkeit und Erreichbarkeit über Handy und Internet ist Fluch und
Segen zugleich.
Aber bevor ich zu philosophisch werde, kommen wir lieber zum
lustigen Teil des Tages; zu unserem Ausritt über die Lavafelder. Sonja meinte
ja schon vorgestern, dass die Pferde hier alles von ganz alleine machen und die
Isländer ja ohnehin für ihre Gutmütigkeit berühmt seien...also haben wir uns
mit ein paar anderen todesmutigen Touristen ein Einführungsvideo im Reitcenter
angeschaut und unser Testament unterschrieben. Im Video wurde versichert, dass
Reiten wie Fahrradfahren sei und die Zügel mit dem Lenkrad vergleichbar sind –
alles kinderleicht, Reiter und Ross müssten wie beim Tango miteinander
verschmelzen...so eingestimmt ging es dann raus auf die Koppel und von da aus
auf die Lavafelder. Was im Video etwas zu kurz gekommen ist; war das Aufsteigen
aufs Pferd – das habe ich zur Belustigung der ganzen Gruppe am eigenen Leib
erfahren! Meine isländische Stute Sole hat alles mit stoischer Ruhe ertragen
und Sonja das Ganze mit der Kamera Schritt für Schritt festgehalten. Immerhin war ich im Liegen
eins mit meinem Pferd;-)
Danach ging es flugs von der Horizontalen in die Vertikale,
kurz noch Sporen geben und dann machte mein Pferd wirklich alles von ganz
alleine. Dank unserer großartigen Guides - fast alles 20-jährige Mädels aus Deutschland - haben wir ein unvergessliches Erlebnis gehabt.
Beim Trab wurden unsere tagelang busfahrtgeschädigten Körper mal ordentlich
durchgeschüttelt, so dass wir uns morgen wie zwei junge Göttinnen fühlen müssten.
Wir werden euch berichten und machen uns jetzt mal hübsch fürs Abendessen,
Danke an Sole und Quittasunna (die Stute von Sonja) für diesen schönen Tag!








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