Dienstag, 28. Juli 2015

Jökulsarlon: Eine Welt zum Dahinschmelzen


Hallo Ihr Lieben, 

Da die Nächte hier kurz sind, kann man schon mehr von der Insel sehen. Sonja und ich wollen das Maximum aus unserer Reise rausholen. Daher haben wir einige Attraktionen zu unserer Rundreise hinzugebucht, so auch heute. Um 6 Uhr klingelt der Wecker und um 7 Uhr werden wir schon abgeholt. Im Traveller-Center treffen wir auf andere Mitreisende und fahren dann gemeinsam zum Jökulsarlon, einem Gletschersee, der zum größten Gletscher Europas gehört, dem Vatnajökull. Wir brauchen viel Sitzfleisch, denn die Fahrt Hin und Zurück dauert schon 12 Stunden. Wir decken uns mit Proviant, Getränken, Reiseliteratur und guter Laune ein. Zum Glück ist eine italienische Reisegruppe an Bord, die auch etwas für Abwechslung sorgt.

Einen großen Teil der Strecke mit den Wasserfällen Skogafoss  und Seljalandsfoss kennen wir schon. Aber diesmal gehe ich hinter den Wasserfall zum ersten Mal in meinem Leben und sehe die Welt da draußen durch einen bezaubernden Schleier aus Wasser. Die Landschaft wirkt durch den Perspektivenwechsel sehr mystisch und ich stelle mir vor, wie Elfen auf den grünen Wiesen tanzen. So muss das Paradies aussehen.

Je näher wir unserem eigentlichen Ziel kommen, wächst meine Ungeduld. Im Grunde fühle ich mich so als ob es zum Skifahren in die Berge ginge. Das Kind in mir kann die Ankunft kaum erwarten.

Aber unsere Ungeduld uns unser Sitzfleisch werden belohnt, denn die größte Freiluftausstellung Islands öffnet heute ihre Tore für uns. An Land werden wir noch kurz mit Rettungswesten ausgestattet und dann geht´s schon mit dem Amphibienfahrzeug ins Wasser. Nach wenigen Minuten sind wir von schwimmenden Skulpturen umringt, die transparent, weiß, grünlich-blau und grau schimmern und uns auf der Stelle verführen.

Der Bootsmann erklärt uns noch, dass durchsichtiges Eis unter Wasser schwimmt, weißes quasi an der Sonne „ausbleicht“, im grünen sich noch Wasser befindet und das graue Vulkanasche mit sich trägt, aber da sind wir schon längst dem Charme dieser herzerwärmenden Eisklötze erlegen. Unserer Fantasie lassen wir freien Lauf. Wir sehen Krokodile, Dinosaurier, heulende Wölfe sowie Fabelwesen, aber auch abstrakte expressionistische und kubistische Werke. Ebenso sehen hier Picasso, Matisse, Botero und Niki de Saint Phalle. Und dann tollen auch noch ein paar Seelöwen zwischen diesen Eiswundern umher, so dass wir letzten Endes vor diesen kühlen Schönheiten dahin schmelzen und nicht umgekehrt. Vielleicht tut Ihr das jetzt auch? Bei euren sommerlichen Temperaturen geht das bestimmt ganz schnell;-)
Liebe Grüße von den beiden Eisprinzessinnen 



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